Municipals und Monoliner: wir nähern uns dem Höhepunkt!

Februar 16, 2008

Nachdem mehr als tausend Auktionen für Municipals (Kommunalobligationen) fehlgeschlagen sind und daher die entsprechenden Kommunen heftige Strafzinsen zahlen müssen (in einigen Fällen bis zu 20%), hat nun auch New York Governor Eliot Spitzer die Nase voll: wenn die Monoliner bis Dienstag nicht mehr Eigenkapital eingesammelt haben, werde es zu einer möglichen Zwangszerschlagung durch die New Yorker Versicherungsregulierung kommen.

Spitzer möchte damit einer wahrscheinlichen Abstufung der Ratingagentur Moody´s zuvorkommen. Diese hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass Moody´s bis Ende Februar ihre neue Einschätzung gegenüber den Bond Versicherern veröffentlichen will. Da sich die Situation an den Fixed-Income-Märkten und vor allem an der Immobilienfront nicht verbessert hat (sondern sogar verschlechtert), ist ein Downgrade sehr wahrscheinlich. Dieser Downgrade hätte zur Folge, dass alle von den Monolinern versicherten Produkte ebenfalls nicht mehr AAA geratet werden würden. Da der versicherte Bond-Markt riesig ist ($2.5 Billionen – Fitch Juli 2007), sind die Auswirkungen gewaltig: die Finanzierungskosten für Municipals (Marktvolumen rund $1.2 Billionen) steigen deutlich an. Dementsprechend muss dann an anderer Stelle gespart werden (z. B. Kündigungen, keine Gehaltserhöhung,..). Zudem führt dies zu weiteren gigantischen Abschreibungen. Dies liegt daran, dass Investoren von den meisten strukturierten Produkten wie beispielsweise CDOs mark-to-market Verluste nicht sofort in ihre Bücher nehmen müssen, wenn sie vorhaben das Produkt bis zur Fälligkeit zu halten und es zur keiner Ratingabstufung kam. Durch eine Ratingabstufung müssten die Investoren dann sofort ihre Verluste abschreiben. Dies wird für einige Banken und Versicherer noch sehr teuer werden. Zu guter Letzt ist noch der Vertrauensverlust zu nennen: dies wird dazu führen, dass die Spreads noch weiter rauslaufen werden (obwohl wir uns in einigen Bereichen schon auf sehr hohem Niveau bewegen – siehe zum Beispiel iTraxx und CDX).

Da ich es für unwahrscheinlich halte, dass sich mehrere Banken zusammentun und den Monolinern das Geld schenken werden, wird es wohl zu einer Aufspaltung der Firmen kommen. Eine Firma wird dann ausschließlich Municipals versichern (also das klassische Geschäftsfeld der Monoliner) und die andere Firma wird auf allen übrigen Positionen (CDOs, CDOs squared,..) sitzen bleiben. In diesem Fall würde letztere Firma natürlich Pleite gehen, aber zumindestens wäre das Municipal Bond Problem gelöst. Dies scheint daher die langfristig beste und wahrscheinlichste Lösung zu sein. In ein paar Tagen wissen wir mehr!