The Coming Collapse of the Middle Class

Spätestens seit der im März erschienenen Studie vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wissen wir, dass die Mittelschicht in Deutschland dramatisch schrumpft: während vor sieben Jahren noch 62,3 Prozent der Bevölkerung über ein mittleres Einkommen verfügten, ging der Anteil bis 2006 auf 54,1 Prozent zurück. Das mittlere (netto) Einkommen lag hierbei in dem betrachteten Zeitraum knapp über 16000 Euro.

Wir befinden uns also auf dem besten Wege dem Beispiel von Amerika zu folgen. Die Mittelschicht befindet sich dort schon lange in einem Auflösungsprozess. Harvard Jura Professorin Elizabeth Warren ist eine der schärfsten Kritikern dieser gesellschaftlichen Entwicklung. In einer Berkeley-Vorlesung fasst sie ihre wichtigsten Punkte zusammen. Sie nennt hierbei interessante Zahlen zum Thema Immobilienkredite, Krankenversicherung, negative Sparquoten, Studienkosten und Privatinsolvenzen (das Video ist sehr lang, aber wert komplett angeschaut zu werden):

Ich hoffe, dass dieses Thema bald von Politikern aktiv angegangen wird. Ansonsten wird aus unserer Dreiklassengesellschaft ganz schnell eine Zweiklassengesellschaft!

Eine Antwort zu The Coming Collapse of the Middle Class

  1. Hendrik sagt:

    Moinsen!
    Schau mal, der Herr Steingart vom Spiegel hat anscheinend auch Deinen Blog gelesen ;-):
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,547166,00.html
    Der Artikel beschreibt relativ gut „in knappen Worten“ das Problem der privaten Nachfrage in den USA sowie den zumindest hinterfragenwürdigen Anteil von Notenbank/Politik an der Krise.
    Hinsichtlich Frau Warren bin ich der Meinung, dass sie im Grunde genommen nicht viel Neues erzählt. So könnte man eben gerade die jahrzehntelange, stetig zunehmende (?) Tradition der kreditkartenfinanzierten privaten Nachfrage als deutlichen Indikator dafür werten, dass hier ein zunehmendes Problem hinsichtlich der finanziellen Lage des „Mittelstands“ auftritt. Andererseits spielt natürlich hüben wie drüben eine stetig wachsende Anspruchshaltung (das klassische „auch haben will“) auch eine Rolle, soll heißen: Es sind nicht nur „die dummen Banken“ Schuld, die permanent Privatkredite, Hypotheken etc. gewährt haben, sondern eben zum Teil auch diejenigen, die diese Kredite (bzw. Statusobjekte wie das neue Auto, neue Möbel, das häufige Essen im teuren Restaurant etc.) ja auch haben wollten. Zu jedem Fehler gehören bekanntlich immer mindestens zwei Seiten…
    Nunmehr wäre es einmal interessant zu erforschen, inwieweit es so etwas wie eine „optimale Verschuldungsquote“ auf volkswirtschaftlicher Ebene gibt. Dass ein kreditfinanziertes „demand-boosting“ (egal ob privat oder durch den Staat) auf Dauer nicht wirklich gutgeht sehen wir ja gerade mal wieder. Der früher oder später folgende Schock (und seine Kosten) fällt dann nämlich (vielleicht?) stärker aus, als der kurzfristige Nutzen, den man hatte… Naja, schaun mer mal, wie die USA respektive die Weltwirtschaft dieses Beben „wegsteckt“.

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