Municipals und Monoliner: wir nähern uns dem Höhepunkt!

Nachdem mehr als tausend Auktionen für Municipals (Kommunalobligationen) fehlgeschlagen sind und daher die entsprechenden Kommunen heftige Strafzinsen zahlen müssen (in einigen Fällen bis zu 20%), hat nun auch New York Governor Eliot Spitzer die Nase voll: wenn die Monoliner bis Dienstag nicht mehr Eigenkapital eingesammelt haben, werde es zu einer möglichen Zwangszerschlagung durch die New Yorker Versicherungsregulierung kommen.

Spitzer möchte damit einer wahrscheinlichen Abstufung der Ratingagentur Moody´s zuvorkommen. Diese hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass Moody´s bis Ende Februar ihre neue Einschätzung gegenüber den Bond Versicherern veröffentlichen will. Da sich die Situation an den Fixed-Income-Märkten und vor allem an der Immobilienfront nicht verbessert hat (sondern sogar verschlechtert), ist ein Downgrade sehr wahrscheinlich. Dieser Downgrade hätte zur Folge, dass alle von den Monolinern versicherten Produkte ebenfalls nicht mehr AAA geratet werden würden. Da der versicherte Bond-Markt riesig ist ($2.5 Billionen – Fitch Juli 2007), sind die Auswirkungen gewaltig: die Finanzierungskosten für Municipals (Marktvolumen rund $1.2 Billionen) steigen deutlich an. Dementsprechend muss dann an anderer Stelle gespart werden (z. B. Kündigungen, keine Gehaltserhöhung,..). Zudem führt dies zu weiteren gigantischen Abschreibungen. Dies liegt daran, dass Investoren von den meisten strukturierten Produkten wie beispielsweise CDOs mark-to-market Verluste nicht sofort in ihre Bücher nehmen müssen, wenn sie vorhaben das Produkt bis zur Fälligkeit zu halten und es zur keiner Ratingabstufung kam. Durch eine Ratingabstufung müssten die Investoren dann sofort ihre Verluste abschreiben. Dies wird für einige Banken und Versicherer noch sehr teuer werden. Zu guter Letzt ist noch der Vertrauensverlust zu nennen: dies wird dazu führen, dass die Spreads noch weiter rauslaufen werden (obwohl wir uns in einigen Bereichen schon auf sehr hohem Niveau bewegen – siehe zum Beispiel iTraxx und CDX).

Da ich es für unwahrscheinlich halte, dass sich mehrere Banken zusammentun und den Monolinern das Geld schenken werden, wird es wohl zu einer Aufspaltung der Firmen kommen. Eine Firma wird dann ausschließlich Municipals versichern (also das klassische Geschäftsfeld der Monoliner) und die andere Firma wird auf allen übrigen Positionen (CDOs, CDOs squared,..) sitzen bleiben. In diesem Fall würde letztere Firma natürlich Pleite gehen, aber zumindestens wäre das Municipal Bond Problem gelöst. Dies scheint daher die langfristig beste und wahrscheinlichste Lösung zu sein. In ein paar Tagen wissen wir mehr!

2 Responses to Municipals und Monoliner: wir nähern uns dem Höhepunkt!

  1. Hendrik sagt:

    Wenn ich richtig gelesen habe, hat bereits Freitag die Nr. 3 der Monoliners (FGIC) angekündigt, ihr Geschäft aufzuspalten. Auf die Entscheidung von MBIA und Ambac wartet man noch, rechnet aber mit ähnlichen Schritten.
    Die spannende Frage ist jetzt, welche Summen an „richtig faulen Eiern“ wurden denn nun wirklich von denen versichert? Denn es werden ja wohl nur die sein, die man bei der Geschäftsaufteilung in die Unternehmenshälfte (oder hoffentlich eher: Das „Unternehmensprozent“…) steckt, die man danach in die Insolvenz gehen lässt. Alles andere wird schön weitergeführt – und ich nehme an, dass das der weitaus größere Teil sein muss, sonst hätte Buffet da nicht bei einem Angebot von 800 Milliarden ein ordentliches Geschäft gewittert 😉 Das wurde daher vermutlich auch nicht ganz grundlos zunächst von den Monoliners abgelehnt…
    Nun ja, es bleibt jedenfalls zu hoffen, dass die „faulen Eier“, die nach einer Aufteilung der Monoliner noch „entsorgt“ werden, bis dahin mehr oder weniger unauffällig (zum größten Teil) aus den Büchern der Finanzinstitute verschwunden und abgeschrieben sind…

  2. Jürgen Martinschledde sagt:

    Ich kann dir nur zustimmen: das Buffet-Angebot haben die nicht ohne Grund abgelehnt. So blöd sind selbst die nicht, das beste Stück an den Wettbewerber zu geben.

    Wenn es zum Split kommt, kannst du auf jeden Fall Anwaltsaktien kaufen. Die Investmentbanken als Hauptgeschädigte werden dann nämlich massiv klagen!

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