G8, Globalisierung, etc.

Während des G8-Gipfels wurde massiv protestiert. Es wurden vor allem mehr Entwicklungshilfe, mehr Klimaschutz und weniger Liberalisierung bzw. Globalisierung gefordert. Im Folgenden werde ich diese Forderungen auf ihre Sinnhaftigkeit hin untersuchen.

Es fliessen gewaltige Summen an Entwicklungshilfe nach Afrika. Der Professor William Easterly von der renommierten New York University schätzt die seit den sechziger Jahren nach Afrika geflossene Entwicklungshilfe auf ungefähr 2,3 Billionen Dollar. Gebracht hat das bisher herzlich wenig. Nichtsdestotrotz wird immer mehr Geld gefordert.
Hierbei wird jedoch ein wesentlicher Punkt vergessen: Die meisten Dritte-Welt-Länder, denen es heute besser geht (beispielsweise Singapur, Hong Kong, China und Thailand), haben dies ohne oder zumindest fast ohne fremder Hilfe geschafft. Und unlogisch ist das nicht. Geld fließt in dringend reformbedürftige Staaten, die ohne Entwicklungshilfe gar nicht länger existieren würden. Somit wirkt das Geld systemstabilisierend. Und wer bekommt das ganze Geld? Es sind die reichen Eliten. Der Ökonom Peter Bauer formuliert dies wie folgt: Entwicklungshilfe ist die Umverteilung des Geldes der Armen aus den reichen Ländern an die Reichen aus den armen Ländern. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß viele afrikanische Leute (zum Beispiel Wole Soyinka, Andrew Mwenda und James Shikwati), die Einstellung der Entwicklungshilfe fordern. Wenn es keine Entwicklungshilfe gäbe, müssten die Eliten nach anderen Geldquellen Ausschau halten und die Regime reformieren. Denn keine Entwicklungshilfe bedeutet mehr Reformdruck. Professor Easterly unterstreicht diese These. Er findet sogar empirische Hinweise, dass Entwicklungshilfe das Wirtschaftswachstum des entsprechenden Landes bremst.
Wie sieht es jetzt mit der Streichung der Schulden für afrikansche Länder aus? Auch diese Politik ist äußerst kritisch zu sehen. Zum einen reduziert auch diese Maßnahme den nötigen Reformdruck. Zum anderen wird diese Politik definitiv eine Spreaderhöhung zur Folge haben. Damit würden dann die aktuellen Finanzierungskosten aller Emerging Markets deutlich steigen.
Kurzum, die Überweisung von Geldern und die Streichung von Schulden macht also entwicklungspolitisch wenig Sinn. Was macht aber Sinn? Sinn macht es die europäischen Agrarsubventionen restlos zu streichen. Auf diese Weise würde der große Landwirtschaftssektor in Afrika massiv gestärkt. Zwar wird die Stärkung nicht so groß ausfallen, wie sich viele erhoffen, da kein Land auf dieser Welt mit Brasilien (Hightechausstattung gebündelt mit riesigen flachen Flächen) mithalten kann. Es ist aber die einzige Maßnahme, von der Afrika und natürlich auch Europa umgehend profitiert!

Zum Thema Klimaschutz ist schon viel geschrieben worden. Mittlerweile ist wissenschaftlicher Mainstream, daß der Mensch den Klimawandel verursacht hat. Einzig und allein und auch wenig verwunderlich bestreitet dies nur noch die American Association of Petroleum Geologists (AAPG). Wie nachhaltig sich das Klima bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ändern wird, beschreibt in einer hervorragenden Studie das Max-Planck-Institut für Meteorologie. Demnach werden zum Beispiel die Temperaturen zwischen 2,5-4 Grad ansteigen (MPI Klimastudie). Weiterhin äußerst empfehlenswert ist auch der Film „An Inconvenient Truth“ von Al Gore. Aufgrund dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse wird Klimaschutz im 21. Jahrhundert auch als präventive Sicherheitspolitik betrachtet (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung).
Es bleibt also festzuhalten: Für den Klimaschutz lohnt es sich sogar, auf die Straße zu gehen!

Widmen wir uns nun also der Liberalisierung bzw. Globalisierung. Gibt es überhaupt wissenschaftliche Studien, die deren Effekte messen?
Ja, die gibt es! Nach einer Reihe von Konfernzen in den Jahren 1986-1994 taten sich 60 weltweit führende Wissenschaftler zusammen, um den Einfluss der Ökonomischen Freiheit zu messen. Zu den Wissenschaftlern zählten zum Beispiel die Nobelpreisträger Milton Friedman, Gary Becker und Douglass North. Bei der mittlerweile jährlich erscheinenden Studie (Economic Freedom of the World Study) wurde großen Wert auf die zugrunde liegende Methodologie gelegt. Sämtliche verwendeten Daten werden von autorenfremden Organisationen wie beispielsweise der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds oder dem World Economic Forum bezogen. All diese Daten sind selbstverständlich frei verfügbar (EFW Daten). Der Fokus der Studie liegt dabei auf dem sogenannten Economic Freedom of the World (EFW) Index. Unter den 120 untersuchten Ländern hat hierbei Hong Kong den größten EFW-Index, gefolgt von Singapur, Neuseeland und der Schweiz. Deutschland landet hierbei auf Platz 17.
Die Kernaussagen der Studie lauten wie folgt:

1. Je höher der EFW-Index, desto höher ist das Einkommen pro Kopf.

2. Je höher der EFW-Index, desto höher ist das durchschnittliche Wirtschaftswachstum

3. Je höher der EFW-Index, desto höher ist die Lebenserwartung

4. Je höher der EFW-Index, desto niedriger ist die Arbeitslosenquote.

5. Je höher der EFW-Index, desto höher ist das Einkommen der ärmsten 10%.

Daher kann es auch nur eine Devise geben: Nicht weniger Liberalisierung bzw. Globalisierung, sondern mehr!

One Response to G8, Globalisierung, etc.

  1. Murat Kurnaz sagt:

    Erfahrungen aus erster Hand sind auf meinem Blog zu finden.
    Aussagen eines ehemaligen Guantanamo Gefangenen

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